Betrug mit Jobangeboten

Mit dubiosen Jobangeboten finden Internetbetrüger gerade in Krisenzeiten immer mehr Opfer. Das Perfide an Job-Betrügern: Sie wählen sich als Zielgruppe bewusst die finanziell Schwachen und nutzen deren verzweifelte Hoffnung, um ihnen die letzten Geldreserven aus der Tasche zu ziehen.

Mit leichter Heimarbeit zum finanziellen Desaster

Falsche JobangeboteDer Anzeigentext lautet „Mit leichter Heimarbeit zum Erfolg“ und soll vor allem Menschen ansprechen, die auf dem offiziellen Arbeitsmarkt nur geringe Chancen haben. Man verspricht ihnen ein solides Haupt- oder Nebeneinkommen für eine einfache Tätigkeit wie etwa das Zusammenschrauben von Kugelschreibereinzelteilen. Voraussetzung sei lediglich, die erste Materiallieferung zu bezahlen. Dies geschieht leider viel zu oft. Die Betrogenen schrauben dann im guten Glauben fünfhundert Kulis zusammen und schicken diese mit Rechnung zurück. Doch die Annahme der Sendung wird verweigert, die Lieferadresse ist falsch, der Vertragspartner nicht mehr auffindbar etc.

Job-Angebote, die eine Vorleistung beinhalten

Mit der Aussicht auf einen einträglichen Job verdienen eine Menge Betrüger ihr Geld, wobei sich viele im Schattenbereich zwischen Betrug und Kriminalität aufhalten. Erfindungsreichtum und Fantasie kennen in diesem Bereich keine Grenzen. Generell gilt: Ein Job-Angebot, dass mit einer kostenpflichtigen Leistung des Anbieters verbunden ist, sollte generell ausgeschlagen werden. In den meisten Fällen wird um Vorkasse gebeten. Die entsprechende Leistung wird dann entweder gar nicht geboten, ist von extrem schlechter Qualität oder einfach wertlos.
Dazu gehören u.a. folgende Angebote:

  • Teure Software für einen angeblich einträglichen Heimarbeitsjob
  • Job-Training oder Vorbereitungsseminar
  • Videoaufnahme für die Präsentation von Schauspielern in Hollywood durch dubiose Casting-Agenturen (wird auch gern bei Tiercasting angewandt)
  • Schutzgebühren für die Bereitstellung interner Firmeninformationen
  • Vorkasse für teure Bewerbungsunterlagen (bekannt geworden durch „Bohrinsel-Jobs)

Das Job-Angebot, das sich als Vermittlung herausstellt

In einer Anzeige werden lukrative Nebenjobs versprochen. Doch wer sich auf die Annonce meldet, findet keine konkrete Stellebeschreibung, dafür aber ein Angebot für eine Liste oder Datenbank mit wertvollen Stellenangeboten oder gar ein Angebot zur individuellen Vermittlung nach Eingabe persönlicher Daten. Für den Service wird allerdings eine Gebühr erhoben. Hat man diese gezahlt, hört man entweder gar nichts mehr von dieser angeblichen Agentur oder man bekommt völlig wertlose, meist veraltete Firmenlisten, die man auch selbst im Branchenbuch gefunden hätte.

Die Job-Hotline

Ebenfalls mit dem Versprechen auf lukrative Jobs landet man auf einer kostenpflichtigen Telefonhotline, die letztendlich keinen anderen Zweck hat, als dem Anrufer das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein Trick, der in allen Bereichen des Internetbetrugs angewandt wird.

Geld mit Umfragen verdienen?

Dass Marktforschungsinstitute ihren Testpersonen manchmal eine Aufwandsentschädigung zahlen stimmt zwar. Dass man mit diesen Zuwendungen seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, und das sogar auf dem Niveau eines Spitzeneinkommens (bis zu 3.400 € netto!!!) ist allerdings ein Märchen, mit dem vor allem Internetbetrüger ordentlich Geld verdienen. In Anzeigen und auf eigens erstellten Internetseiten versprechen sie die Anmeldung bei Hunderten von „großzügig zahlenden“ Marktforschungsinstituten. Natürlich gegen eine saftige Gebühr (bis zu 35 Euro) Danach wird man jedoch nur in den seltensten Fällen von einem Marktforschungsinstitut hören. Wer sich als Testperson zur Verfügung stellen möchte, hat wesentlich größere Chancen, wenn er sich selbst an die großen Institute wendet und direkt von ihnen registrieren lässt. Es sind schließlich bedeutend weniger als 600 und die Registrierung ist generell kostenlos.

Als Job-Angebot getarnter Datendiebstahl

Manche Betrüger, die auf Online-Jobmärkten agieren, zielen zwar nicht direkt auf das Geld ihrer Opfer ab, stellen jedoch mittelbar eine Gefahr für die Betroffenen dar, indem sie persönliche Daten ausspähen. Mit der Einsendung von Bewerbungsunterlagen geben arglose Bürger, im guten Glauben etwas für ihr berufliches Fortkommen zu tun, sensible Daten preis. Betrüger können sich aufgrund dieser Informationen fremde Identitäten aneignen und für weitere kriminelle Aktivitäten verwenden. Mit der Angabe von Bankdaten lässt sich im schlimmsten Fall ein Zugriff auf das Bankkonto herstellen.

Vertriebsmitarbeiter für Schrottware

Mit dem Versprechen auf hohe Verkaufserfolge bei engagierter freier Vertriebstätigkeit bringen Betrüger immer wieder marktunfähige Produkte an den Mann. Und zwar jeweils in großen Mengen. Das Internet spielt hier eine große Rolle. Die Darstellung der Ware auf hochprofessionell gestalteten Internetseiten wirkt oftmals enorm überzeugend und weckt den „Glauben“ an das Produkt. Zielpersonen sind hier meist selbständige, intelligente Menschen in schlechter beruflicher Situation, die sich gut über die Leistungsmotivation ansprechen lassen. Hier wird gern mit dem Begriff „erfolgreiche Selbständigkeit“ operiert. Auf diese Weise werden die Job-Bewerber in Seminaren oder direkt über die Internetkommunikation dazu ermuntert, große Posten der Schrottware aufzukaufen. Eine Rückgabe ist in jedem Fall unmöglich.

Vertriebsmitarbeiter für Aufbau eines Strukturvertriebes

Gänzlich ohne Ware agieren Firmen, die für ein angeblich extrem erfolgversprechendes Produkt zunächst ein Händlernetz (Strukturvertrieb) aufbauen wollen. Das Angebot lautet: Für jeden weiteren Vertriebsmitarbeiter, der angeworben wird, erhält der Werber eine Provision. Der Haken: Zunächst soll man eine Gebühr bezahlen, die man jedoch angeblich wieder bekommt, sobald man den ersten Mitarbeiter rekrutiert hat. Doch das erweist sich meist als schwierig, am ehesten werden auf diese Weise Freundschaften zerstört. Von der Mitarbeit eines Vertriebsnetzes für dubiose Firmen sollte man ohnehin dringend absehen, wie die weiteren Betrugsmethoden zeigen.

„Kurier“ im Vertriebsnetz eines Fakeshops

Fakeshops sind ein typischer Auswuchs des Internets. Hier werden durch beeindruckende Produktpräsentationen immer wieder gutgläubige Interessenten zur Überweisung hohe Beträge in Vorkasse verführt. Diese sieht auch häufig recht legal aus, weil die Überweisung auf ein echtes Bankkonto erfolgen soll. Die Bankkonten gehören aber oft sogenannten Geldkurieren, die mit dem Versprechen angeworben wurden, „durch leichte Tätigkeit reich“ zu werden. Ihre Tätigkeit besteht darin, Geld auf ihrem Konto zu empfangen und dieses unter Abzug einer Provision an ihren Auftraggeber weiterzuleiten. Was sie nicht wissen ist, dass die Einnahmen aus illegalen Geschäften stammen. Während ihre Hintermänner sich rechtzeitig aus dem Staub machen, geraten die Kuriere ins Visier der polizeilichen Ermittlungen. Neben dem Verlust des Geldes müssen sie sich nicht selten in einem Strafverfahren verantworten. Die Kuriere werden häufig durch Inserate angeworben, in denen Formulierungen stehen, wie: „Mit einfacher Arbeit viel Geld verdienen“.

Leichte Arbeit – schwere Belastung, Strohmann für Internet-Betrüger

„Leichte Arbeit – gutes Geld“, lautet auch das Lockmittel für eine andere Art von Vertriebsmitarbeiter. Hier werden Jobinteressenten darum gebeten, Waren aus Amerika in Empfang zu nehmen, um sie in osteuropäische Länder weiterzuschicken. Als Grund für den Zwischenaufenthalt der Waren werden Zollbestimmungen oder logistische Umstände angeführt. Für jede Weiterleitung eines Warenpaketes wird dem Vertriebsmitarbeiter eine Provision von 50 Euro versprochen. Zu Beginn seiner Tätigkeit erhält er sogar einen Arbeitsvertrag. In der Folge werden nun täglich große Mengen von Waren an seine Adresse gesendet, die er wie beauftragt an eine osteuropäische Adresse z.B. in Russland weiter leitet.
Was er nicht weiß: Die Waren wurden per Kreditkartenbetrug ersteigert, zumeist durch den Missbrauch fremder Käufer-Identitäten bei Ebay. Die versprochenen 50 Euro pro Paket erhält er nie, dafür wird bald die Polizei bei ihm auftauchen und ihn für den Täter halten.

Jobangebot: Spielerisch Geld verlieren

Mit dem Versprechen, jeder könne „erfolgreich Geld im Internet verdienen“, locken Betrüger aus der Gewinnspielbranche gutgläubige Benutzer in die Falle. Beeindruckende Internetseiten erfolgreicher Mathematiker behaupten, das Geheimnis des Roulettespiels zu offenbaren. Obwohl es sich nicht um ein Job-Angebot handelt, finden sich die Anzeigen gehäuft in der Nähe von Stellenmärkten. Der sympathische Mathematiker, der auf einem Foto zu sehen ist, verrät seine ganz persönliche Erfolgsmethode, und verwendet dafür klangvolle Begriffe wie den „Double-Cash-Converter“.
Gutgläubige Menschen folgen den Anweisungen, welche Mindesteinsätze von mehreren hundert Euro empfehlen. Die empfohlenen Spielstrategien sind außerdem so unsinnig, dass die Wahrscheinlichkeit zu verlieren, eher steigt. Mit der Weiterleitung zu empfohlenen Online-Casinos verdient der Seitenbetreiber vermutlich ordentliche Provisionen. Mit einem seriösen Job-Angebot, wofür es sich zunächst ausgibt, hat das Ganze jedenfalls nichts zu tun.

Checkliste: Wie man unseriöse Job-Angebote erkennt

  • Die Anzeige, der Internet-Auftritt enthalten (fast) keine konkreten Angaben zum eigentlichen Job
  • Verhältnis von Tätigkeit und Bezahlung ist unrealistisch. Das Geld im Schlaf verdienen ist ein Märchen. Und an Märchen verdienen immer nur Betrüger.
  • Zusatzleistungen im Zusammenhang mit der Job-Bewerbung, für die Vorkasse verlangt wird
  • Arbeitgeber übt Zeitdruck auf Vertragsabschluss aus
  • Wird der Begriff Selbständigkeit zu sehr betont kann es sich um eine betrügerische Vertriebsmasche handeln

Linkempfehlungen

Veröffentlichung zum selben Thema von Aktenzeichen XY – ungelöst
http://www.e110.de/

Links zum Thema Web-Sicherheit

  • Link zur Webseite von www.buerger-cert.de

    Das Bürger-CERT informiert und warnt Bürger schnell und kompetent vor Viren, Würmern und Sicherheitslücken in Computer- anwendungen.

  • Link zur Webseite von www.onlineschutz.org

    Onlineschutz.org ist ein nicht kommerzielles Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Computerlaien das Thema Internet-Sicherheit näher zu bringen und ihm bei Problemen zu helfen.

  • Link zur Webseite von www.sicher-im-netz.de

    Der Verein 'Deutschland sicher im Netz e.V.' versorgt Verbraucher mit Informationen zu sicherheits- relevanten Themen und bietet direkte Schutzmaßnahmen an.