Abzocke mit falschen Viren

Am Bedürfnis nach Sicherheit haben Kriminelle schon immer viel Geld verdient. Das Internet mit seinen vielen Risiken eignet sich dafür ganz besonders. So kann ein vermeintlicher Virenalarm auch der Beginn einer fiesen Abzocke sein.

Spyware und Scareware

SpywareWenn von Computerbedrohungen aus dem Internet die Rede ist, denken die meisten spontan an Viren, die dem Betriebssystem schaden, es im schlimmsten Fall betriebsunfähig machen, an Schädlinge, die sich von einem Computer auf den anderen übertragen. Außer ihrer zerstörerischen Wirkung haben die klassischen Computerviren für niemanden einen Nutzen. Doch inzwischen setzen sich im Bereich der „Malware“ mehr und mehr geschäftliche bzw. rein finanzielle Interessen durch.

Mit Spyware können fremde Computer ausspioniert werden. (Spy, engl. Spion). Meist in Software-Downloads versteckt, stellen diese Software-Paketchen eine direkte Verbindung zwischen dem Computer und einem unerkannt bleibenden Server her.
Auf diese Weise können Software-Anbieter zum Beispiel das User-Verhalten ihrer Kunden „ausspionieren“. Obwohl dieses Vorgehen illegal ist, geraten selbst marktführende Software-Anbieter wie iTunes oder RealPlayer immer wieder in den Verdacht, solche Spyware zu nutzen.

Internetkriminelle benutzen den Mechanismus der Spyware für eine hinterhältige Abzocke. In Form von Spyware senden sie über scheinbar harmlose Downloads eine Software, die einem Virus bzw. einer gewöhnlichen Viruswarnung täuschend ähnlich sieht. Im Folgenden erhält der User eine Empfehlung für eine bestimmte Antivirussoftware. Meist handelt es sich bei dem „Virus“ nicht einmal um einen echten Virus, weshalb er von herkömmlichen Virenscannern auch übersehen werden kann. Die empfohlene Software ist teuer aber nutzlos, im schlimmsten Fall kauft man sich mit ihr sogar einen echten Virus ein. Die betrügerischen Virenscanner sind nichts weiter als ein Geschäft mit der Angst und werden daher auch treffend als Scareware bezeichnet.

Das Hinterhältige an Spyware ist, dass es viele Tricks gibt, um sie an einer funktionierenden Firewall vorbei zu schleusen. In jedem Pop-Up, das Sie als Benutzer zulassen, kann sich Spyware verstecken.

Beispiel für eine Spyware-Attacke:
http://www.pcwelt.de/start/sicherheit/virenticker

Wie erkennt man Spyware?

Spyware löst Prozesse aus, die eine Verbindung zum unbekannten Server suchen.
Das kann sich in folgenden „Symptomen“ äußern:

  • Das Surfen im Internet dauert länger als sonst
  • Beim Öffnen ihres Browsers wird plötzlich eine andere Startseite angezeigt
  • Auf dem Bildschirm erscheinen Werbefenster, die im Bezug zur aufgerufenen Internetseite „fremd“ wirken (Inhalt, Design)
  • Bei manueller Online-Verbindung: Computer versucht sich automatisch zu verbinden
  • Auf dem Desktop erscheint das Ikon eines neuen Virenschutzprogramms, das um Aktualisierung bittet

Schutz vor Spyware und Scareware

Die handelsüblichen Virenschutzprogramme (Avira, Symantec, McAfee usw.) enthalten auch die neuesten Spyware-Definitionen. Doch Internetkriminelle sind so erfindungsreich und schnell, dass sie auch eine Lücke von einer Antivirendefinition zur nächsten nutzen. Scareware-Entwickler stellen ihre Internet-Downloadseiten manchmal nur noch wenige Stunden online und können auf diese Weise sehr viel Geld verdienen. Und auch die Tricks, um sich an den üblichen Sicherheitsprogrammen vorbei zu mogeln, werden immer raffinierter.

Deshalb ist es ratsam, sich nicht nur auf die installierten Virenschutzprogramme zu verlassen.

Wer auf seinem Computer ein merkwürdiges Angebot zum Virenschutz findet, insbesondere, wenn gerade erst kurz zuvor ein „Virus“ gemeldet wurde, hat im Internet weitere Möglichkeit, seinen Fund zu prüfen.
Auf der internationalen Plattform Virus Total findet man eine Liste aller international etablierten Antivirus-Software-Hersteller. Ist der Anbieter nicht darauf, könnte es sich um Scareware handeln. Um ganz sicher zu gehen, kann man die Viren-Datei, die sich bereits auf dem Computer befindet, auch vom Erkennungsdienst von Virus Total analysieren lassen. So erfährt man auch, ob es sich bei dem vermeintlichen Virus um einen Angstmacher handelt, der nur da ist, um dem Benutzer teure Scareware anzudrehen.
http://www.virustotal.com/de/sobre.html

Spyware kann ziemlich nervig sein, was auch der Grund dafür ist, dass noch immer sehr viele User auf den Erwerb nutzloser und oftmals gefährlicher Scareware hereinfallen. (Kosten ab 50 Euro aufwärts.)

Wer sich unsicher ist, sollte sich lieber an einen IT-Experten wenden, um die Datei zu entfernen. Benutzer, die mit ihrem Computer einigermaßen vertraut sind, können sich auch auf einer IT-Ratgeberseite der Univeristät Köln informieren. Hier wird beschrieben, wie sich unerwünschte Spyware eliminieren lässt.
http://knowhow.rrz.uni-koeln.de/?tag=anmeldung

Mehr Informationen zu Spyware sowie eine Liste aktueller Spyware-„Anbieter“ findet man außerdem auf Virenschutz.info, einem Serviceportal für Internet-Benutzer.
http://www.virenschutz.info/spyware.html

Internetbetrug für Smartphones

Die Internetkriminalität schläft nicht und ist leider immer auf der Höhe der technischen Neuentwicklungen. So sind mit der Verbreitung der Smartphones auch Zockermethoden vom Netz in den Mobilfunk entstanden. Auch hier gilt wieder generell: Vorsicht vor Downloads! Häufig wird Spielsoftware als Trojaner genutzt. Durch die mobile Einheit von Telefon und Internet können Abzocker zu einem gemeinen Trick greifen: Während des Downloads wird gleichzeitig die Verbindung über eine sogenannte „Mehrwertnummer“ installiert. Oftmals in den Lizenzbestimmungen versteckt, gibt man sogar seine Einwilligung dafür. Die eigenen Handykosten erhöhen sich nun um ein Vielfaches.
Besondere Vorsicht ist wie immer bei Schnäppchen geboten. Kostenlose Apps fürs Blackberry können in einem solchen Fall teuer zu stehen kommen.

Links zum Thema Web-Sicherheit

  • Link zur Webseite von www.buerger-cert.de

    Das Bürger-CERT informiert und warnt Bürger schnell und kompetent vor Viren, Würmern und Sicherheitslücken in Computer- anwendungen.

  • Link zur Webseite von www.onlineschutz.org

    Onlineschutz.org ist ein nicht kommerzielles Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Computerlaien das Thema Internet-Sicherheit näher zu bringen und ihm bei Problemen zu helfen.

  • Link zur Webseite von www.sicher-im-netz.de

    Der Verein 'Deutschland sicher im Netz e.V.' versorgt Verbraucher mit Informationen zu sicherheits- relevanten Themen und bietet direkte Schutzmaßnahmen an.