Betrügerische Käufer

BetrugNicht nur, wer kaufen will, kann beim Online-Handel betrogen werden, auch Verkäufer, die teure Waren auf einem Online-Markt anbieten, müssen sich vor einigen bösen Fallen schützen. Verkäufer auf dem Fahrzeugmarkt sind besonders gefährdet. Doch können die folgenden Tricks auch in anderen Bereichen auftauchen, etwa auf dem Immobilienmarkt oder beim Verkauf teurer Higtech-Produkte.

Rechtslücke Auslandsscheck

In Deutschland ist der Scheck als Zahlungsmittel recht unüblich geworden, in anderen Ländern jedoch oft noch ein häufiger Weg für den Geldtransfer. Da selbst in den USA Zahlungen mit Schecks gang und gäbe sind, mag man sich deshalb wenig wundern, wenn ein Kaufinteressent aus dem Ausland Ihr Auto mit einem Scheck bezahlen will. Doch hier ist größte Skepsis angebracht! Beim internationalen Scheckverkehr gibt es eine Rechtslücke, die von Internetbetrügern gerne ausgenutzt wird:
Reichen Sie einen Scheck aus dem Ausland bei Ihrer Bank ein, wird die Summe Ihrem Konto automatisch zugeschrieben. Der Haken daran ist, die Deckung des Kontos wird erst im Nachhinein geprüft. Betrüger benutzen häufig nach Diebstahl gesperrte oder total gefälschte Konten. Die Folge: Der gutgeschriebene Betrag wird wieder abgebucht. Oftmals erst Tage oder Wochen nach der Gutschrift.
Im schlimmsten Fall ist der Wagen dann schon weg, das Geld bereits ausgegeben, und der geprellte Verkäufer sitzt vor einem Schuldenberg.

Fazit: Wer in Europa ein Auto verkauft, sollte sich NIEMALS auf eine Scheckzahlung einlassen. Durch das europaweite SEPA-Überweisungsverfahren sind Banküberweisungen von Land zu Land sicher, nachvollziehbar und kostengünstig geworden. Es gibt also keinen vernünftigen Grund, auf eine andere Zahlungsart zu bestehen. Dies gilt auch für Mietanzahlungen und andere finanzielle Vorleistungen.

Der Trick mit der Überzahlung

Ein Kaufinteressent aus dem Ausland meldet sich, akzeptiert ohne Besichtigung und weiteren Verhandlungsversuchen den Angebotspreis und schickt einen Scheck mit einer überhöhten Summe. Er begründet dies mit einem Versehen oder irgendwelchen anderen Geschichten und bittet den Verkäufer, die Differenz zurückzuzahlen. Oder auch die Differenz an ein beauftragtes Transportunternehmen zu zahlen. Diese Zahlung wird gern als Bargeldübergabe an einen Mittelsmann („Freund“ oder „Verwandter“) oder über den Bargeldtransfer von Western Union oder MoneyGram erbeten. Wenn sich im Laufe der nächsten Tage herausstellt, dass der Scheck ungedeckt ist, hat man die Differenzsumme bereits verloren. Im schlimmsten Fall ist auch das Auto schon weg.

Der Trick mit der Vermittlungsagentur

Sie haben einen Autoverkauf auf einer Online-Börse inseriert und es meldet sich eine Vermittlungsagentur, die Ihnen einen oder mehrere sehr interessierte Käufer verspricht. Eine andere Masche ist auch die Agentur im Ausland, die eine zahlungskräftige Kundschaft in Aussicht stellt und Ihr Angebot auf die Agenturseite stellen will, was auch tatsächlich geschieht. Solche Agenturen tun in den meisten Fällen jedoch nichts anderes, als Ihnen eine hohe Bearbeitungs- bzw. Vermittlungsgebühr zu berechnen, die Sie im Voraus entrichten sollen. Sich darauf einzulassen, ist reine Geldverschwendung, denn es handelt sich um betrügerische Scheinunternehmen. Verkaufsagenten arbeiten in der Regel auf Provision und erhalten erst nach erfolgreich abgeschlossenem Verkauf einen vereinbarten Prozentsatz. Alles andere ist unseriös. Eine beliebte Masche solcher Agenturen sind auch endlose Warteschleifen auf kostspieligen Telefonhotlines.

Keine digitalen Fahrzeugdokumente!

Sollte ein Kaufinteressent Sie dazu auffordern, Fahrzeugpapiere in digitaler Form zu versenden, lassen Sie sich niemals darauf ein! Kopien, die als PDF-Datei per e.mail verschickt wurden, lassen sich allzu leicht fälschen. Wer sie versendet, leistet betrügerischen Scheinverkäufern damit einen unfreiwilligen Dienst. Und es lauert ein noch größeres Risiko: Die Scheinverkäufer können in Ihrem Namen auftreten und Sie damit in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

Schadenseratzansprüche nach e.mail-Bestätigung

Versenden Sie niemals eine e.mail mit einem einfachen „o.k.“! Schon gar nicht an Unbekannte. Mit diesem Trick versuchen Betrüger Autoverkäufer auf unannehmbare Vertragsbedingungen festzulegen, zumeist geht es natürlich um skandalös niedrige Preise.
Unter dem Vorwand einen Besichtigungstermin zu bestätigen oder die e.mail-Adresse zu überprüfen, bitten Sie den Verkäufer um eine Bestätigungsnachricht per e.mail. Der Trick dabei ist, dass sich eine solche mail im Nachhinein als Bestätigung eines Vertrages darstellen lässt. Vertragsabschlüsse per e.mail sind bindend. Da der Betrüger behaupten kann, Sie hätten die entsprechende e.mail mit dem angehängten Vertrag gelöscht, ist es schwer und ziemlich aufwändig, das Gegenteil zu beweisen. Im Anschluss bestehen solche Betrüger auf ihre vertraglichen Rechte und fordern mit juristischen Mitteln ihre Einhaltung bzw. Schadensersatz, wobei sie in manchen Fällen sogar Erfolg haben.

Vorkasse für einen falschen Notar

Ein Kaufinteressent aus dem Ausland teilt dem Verkäufer mit, dass der Kaufvertrag nach der Rechtslage seines Landes notariell geprüft werden muss. Weiterhin behauptet er, dass die Notare seines Landes nur gegen Vorkasse arbeiten und bittet den Verkäufer den Betrag zu schicken, wobei er verspricht, dass dieser beim Kauf zurück erstattet wird. Nach dieser Überweisung wird der Verkäufer jedoch nie wieder etwas vom Kaufinteressenten und schon gar nicht von einem Notar hören. Bei der erhobenen Gebühr handelt es sich zwar nicht um Tausenderbeträge, ein ärgerlicher Verlust ist es trotzdem.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders wachsam sollten Verkäufer sein, deren Angebot eher weniger Verkaufschancen hat. Alte Modelle mit hohem Benzinverbrauch oder eingeschränktem Komfort wie zum Beispiel einer fehlenden Klimaanlage sind bei Kaufbetrügern besonders beliebt.

Checkliste: Wie erkenne ich riskante Käufer?

  • Interessent ist sofort mit allen Details und dem inserierten Preis einverstanden
  • Interessent will mit Scheck zahlen, besondere Vorsicht, wenn der Betrag überhöht ist und eine Rückvergütung erbeten wird
  • Interessent bittet um Vorkasse für einen Notar oder andere Verwaltungsgebühren
  • Interessent kommuniziert vor allem per e.mail und möchte darüber auch wichtige Dokumente wie Fahrzeugpapiere oder Vertragsunterlagen bekommen

Unsere Linkempfehlung:

Initiative sicherer Autoverkauf

Ein Gemeinschaftsprojekt von ADAC, Polizei und Automärkten
http://www.sicherer-autokauf.de/

Betrüger sind erfinderisch und so ist anzunehmen, dass auch die scheinbaren Autokäufer immer wieder neue Tricks entwickeln, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Sollten Sie von einer Betrugsmethode gehört haben, die hier noch nicht erwähnt wurde, freuen wir uns über einen entsprechenden Hinweis.

Links zum Thema Web-Sicherheit

  • Link zur Webseite von www.buerger-cert.de

    Das Bürger-CERT informiert und warnt Bürger schnell und kompetent vor Viren, Würmern und Sicherheitslücken in Computer- anwendungen.

  • Link zur Webseite von www.onlineschutz.org

    Onlineschutz.org ist ein nicht kommerzielles Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Computerlaien das Thema Internet-Sicherheit näher zu bringen und ihm bei Problemen zu helfen.

  • Link zur Webseite von www.sicher-im-netz.de

    Der Verein 'Deutschland sicher im Netz e.V.' versorgt Verbraucher mit Informationen zu sicherheits- relevanten Themen und bietet direkte Schutzmaßnahmen an.