Falsche Verkäufer

Einkaufen im Internet ist in den letzten Jahren zur Normalität geworden. Nicht zuletzt, weil gute Sicherheitssysteme das Misstrauen vor dem virtuellen Shoppingzentrum senken konnten. Dennoch Skepsis bleibt angesagt!

Kaufen im InternetVor allem dann, wenn die strengen Regeln der Online-Verkaufshäuser unterlaufen werden. Selbst bei der kleinsten Abweichung, beim ersten Zweifel sollten die Alarmglocken läuten.
Internetbetrüger leben, wie normale Betrüger auch, vom falschen Vertrauen ihrer Opfer, und das oftmals in großem Stil. Betrügerische Internetverkäufe sind ein neuer „Erwerbszweig“ der organisierten Kriminalität geworden. Profitquelle ist die Gutgläubigkeit der Geschädigten. Sie garantiert zuverlässige Umsätze, die weltweit Jahr um Jahr steigern.

Das Medium Internet ermöglicht Betrugsmethoden, die in der „realen“ Welt gar nicht funktionieren würden. Rechtslücken im internationalen Handel, die Unsichtbarkeit der Verkäufer, und die notgedrungen dürftige Produktpräsentation leisten der Kriminalität Vorschub. Auf dieser Seite finden Sie die beliebtesten Tricks, mit denen Internetbetrüger in aller Welt Geschäfte machen.

Betrug über Bargeldtransfer

Vorkasse bei Online-Käufen ist so üblich geworden, dass kaum noch jemand zögert, erst sein Geld herzugeben, bevor er die Ware in den Händen hält. Online-Verkaufshäuser wie Ebay haben schließlich Schutzmaßnahmen entwickelt, die vor Betrug schützen. Dazu gehört das Zahlen über ein hauseigenes Bezahlsystem wie PayPal. Und wer mit einfacher Kontoüberweisung zahlt, hat zumindest die Garantie, dass der Empfänger des Geldes leicht ausgemacht werden kann.
Ganz anders sieht es aus, wenn man mit einem Bargeldtransfer bezahlt, wie etwa Western Union oder MoneyGram. Dieser Service ist vor allem für Geldübermittlungen zwischen Familienmitgliedern und Freunden eingerichtet worden, jedoch nicht für geschäftliche Zahlungsvorgänge!
Hier zahlt man Bargeld ein, das irgendwo auf der Welt vom adressierten Empfänger abgeholt werden kann. Alles, was der Abholer braucht, ist ein Ausweis. Und der kann leicht gefälscht werden.
Auf diesem Wege schicken täglich viele Menschen Geld an Leute, die sie nicht kennen und die polizeilich kaum zu fassen sind. Und ohne, dass sie jemals etwas dafür bekommen. Köder sind meistens Schnäppchenangebote im Internet, etwa Hightech-Mobiltelefone zu sensationellen Preisen oder andere Produkte, die Lifestyle und Statussymbole verkörpern. In Wirklichkeit haben diese Produkte jedoch nur eine einzige Eigenschaft: Der „Anbieter“ hat sie gar nicht. Wichtig ist für ihn etwas ganz anderes: Die sensationellen Preise lassen sich mit dem Standort in einem Billigland erklären, damit erscheint aber auch der sonst unübliche Bargeldtransfer plausibel, und so schnappt die Falle zu.
Welches Produkt zu welchem Preis auch immer angeboten wird, sobald der Verkäufer einen Bargeldtransfer ins Spiel bringt, sollten Sie den Kaufvorgang abbrechen. Kein Kaufvertrag, wie auch immer er zustande gekommen ist, verpflichtet dazu, sich auf diesen Zahlungsweg einzulassen.

Guter Verkäufer – böser Verkäufer

Die guten Beziehungen zwischen Käufern und Kunden werden bei Ebay und anderen Verkaufsportalen bekanntlich über ein Bewertungssystem geschaffen. Nur wer gute Kundenbewertungen erhält, darf verkaufen, wer sich wiederholt unfair benommen hat, fliegt raus. Dieses Prinzip machen sich manche Betrüger auf miese Weise zu nutze. Mit ihren ersten Verkäufen bauen sie strategisch ein positives Bewertungslevel auf, um dann gegen Vorkasse teure Artikel zum Verkauf anzubieten, die sie weder besitzen noch liefern werden. Hat der Trick ein paar Mal geklappt, verschwinden Sie von der Bildschirmfläche. Meistens wird hier schon mit gefälschten Identitäten gearbeitet. Noch perfider sind Betrüger, welche die Identität eines fremden Online-Shops knacken und missbrauchen. Möglich zum Beispiel, wenn der Verkäufer ein allzu einfaches Passwort benutzt. So kann ein Betrüger leicht in einen virtuellen Verkaufsraum eindringen, die Vertrauenswürdigkeit des eigentlichen Besitzers ausnutzen und Geld für Waren kassieren, die er nur zum Schein anbietet. Käufer schützen sich vor solchen Betrügern mit der Nutzung von Bezahlsystemen wie PayPal. Hier wird die Geldsumme so lange zwischengelagert, bis der Kunde den Erhalt der Ware bestätigt. Scheinverkäufer erhalten also kein Geld.

Der betrügerische Sicherheitstest

Internetbetrüger sind findig und schnell und so haben sie auch bereits eine Lücke gefunden, wie man die Mechanismen von PayPal oder ClickandBuy betrügerisch ausnutzen kann: Aus dem Ausland melden sich Kaufinteressenten für teure Angebote wie Autos oder Hightech-Produkte und äußern eine Bitte: Um zu überprüfen, ob Ihr Geld auf einem sicheren Konto ankommt, möchten Sie dieses Konto vorher testen, indem sie kleinere Cent-Beträge mit einem Code-Wort im Betreff überweisen. Man kennt solche Verifizierungsverfahren bereits von den üblichen Bezahlsystemen und könnte deshalb darauf reinfallen. Sollte man aber nicht! Durch dieses Verfahren ist es Betrügern möglich, selbst wie ein Bezahlsystem in Erscheinung zu treten und über Ihr Konto zu verfügen.

Verpackung ohne Produkt

Es ist ein wirklich dämlicher Trick, so dämlich, dass man niemals damit rechnen würde. Vermutlich funktioniert er genau deshalb immer wieder: Auf einem Online-Kaufhaus wird ein Produkt zu einem tollen Schnäppchenpreis angeboten, Sie kaufen es, und bald klingelt der Postbote und bringt Ihr Paket. Allerdings nur das. Ein bunter, leerer Karton. Sie gehen im Internet auf die Anbieterseite und erst jetzt entdecken Sie den winzigen Hinweis darauf, dass sich das Angebot nur auf die Verpackung, nicht jedoch aufs Produkt bezog. Richtig dumm reingefallen!

Zweiter Gewinner

Sie haben sich an einer Online-Auktion beteiligt, den Zuschlag jedoch nicht bekommen. Dann erhalten Sie eine Nachricht, der Gewinner sei abgesprungen und Sie können die Ware kaufen. Vorsicht! Ebay bietet nur dem Höchstbietenden Sicherheiten im Falle eines nachweislichen Betruges. Das kann also eine Falle sein.

Betrug bei der Ersteigerung

Das höchste Gebot bei Auktionen sollte so etwas wie ein Naturgesetz sein. Normalerweise ist es der beste Ausdruck für das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, für Beliebtheit oder Seltenheitswert eines Artikels. Jedenfalls, solange nur die Interessenten den Preis bestimmen. Es ist vollkommen unzulässig, wenn der Anbieter selbst sich an der Versteigerung beteiligt. Dennoch kommt dies auch bei Online-Auktionen immer wieder vor. Ein Vorgehen, das schlecht nachzuweisen ist, trotzdem ist es krimineller Betrug. Hier gilt: Schützen Sie sich vor dem Bieterfieber und verlieren Sie den regulären Marktpreis der Ware nicht aus den Augen.

Checkliste: Wie kann ich mich schützen?

  • Optimal: Bezahlen Sie möglichst erst nach Erhalt der Ware.
  • Wenn Vorkasse gefordert, nutzen Sie ein Bezahlsystem, das Ihr Geld erst nach Erhalt der Ware an den Verkäufer weiter leitet.
  • Vermeiden Sie in jedem Fall alternative Zahlungsmethoden wie Bargeldtransfer.
  • Prüfen Sie Angebote nach versteckten Hinweisen
  • Skepsis bei Billig-Angeboten! Warum sollte Ihnen jemand etwas schenken? Irgendwo ist immer ein Haken. Meist handelt es sich um schlechte Ware oder Betrug.

Links zum Thema Web-Sicherheit

  • Link zur Webseite von www.buerger-cert.de

    Das Bürger-CERT informiert und warnt Bürger schnell und kompetent vor Viren, Würmern und Sicherheitslücken in Computer- anwendungen.

  • Link zur Webseite von www.onlineschutz.org

    Onlineschutz.org ist ein nicht kommerzielles Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Computerlaien das Thema Internet-Sicherheit näher zu bringen und ihm bei Problemen zu helfen.

  • Link zur Webseite von www.sicher-im-netz.de

    Der Verein 'Deutschland sicher im Netz e.V.' versorgt Verbraucher mit Informationen zu sicherheits- relevanten Themen und bietet direkte Schutzmaßnahmen an.