Vorsicht Falle! Betrugsmethoden beim Autokauf übers Internet

Autos, insbesondere Gebrauchtwagen, via Internet zu kaufen, eröffnet eine größere Auswahl, ist praktisch und deshalb auch längst gang und gäbe geworden. Angesichts der hohen Summen ist dieser Markt aber auch ein beliebtes „Spielfeld“ für Internetbetrüger.

Der Trick mit der Gutgläubigkeit - Vorkasse per Bargeldtransfer

Risiko AutokaufWie bei allen anderen Verkäufen muss auch beim Autoverkauf vor Anbietern gewarnt werden, die ihre Käufer um Vorkasse per Western Union oder MoneyGram bitten. Das Verfahren macht es leicht, als Empfänger anonym zu bleiben. (siehe dazu auch den Artikel zum Online-Verkauf allgemein) Natürlich wissen die Trickbetrüger, dass Geldbeträge, wie sie bei Autokäufen üblich sind, niemandem so einfach zu entlocken sind. Deshalb wirken ihre Angebote auch ganz besonders lukrativ. Wer also auf eine Anzeige stößt, in dem der Traumwagen zu einem sensationell günstigen Preis angeboten wird, sollte sich nicht freuen, sondern sofort Betrug wittern. Spätestens aber bei der Bitte um Vorkasse per Bargeldtransfer müssen alle Alarmglocken klingeln. Diese traumhaften Schnäppchen gibt es nicht! Sie sind lediglich Köder, um Ihr Geld „an die Angel“ zu bekommen. Die Empfänger befinden sich in der Regel im Ausland und benutzen gefälschte Pässe. Sobald sie Ihr Geld abgehoben haben, ist es unwiederbringlich verloren.

Der Trick mit dem Vertrauen Nr. 1 – die Spedition

Die Anbieter sind in der Regel aus dem Ausland, bieten lukrative Schnäppchen und bitten den Käufer, das Auto per Vorkasse bei einer Spedition zu bezahlen. Diese hat dann auch oftmals eine reguläre Kontoverbindung. In e.mail-Anhängen und auf Internetseiten findet man Präsentationen, die das Transportunternehmen als besonders zuverlässig darstellen. Etwa Dokumentationen von Kundenbewertungen oder gefälschte Pressestimmen. Der Trick solcher Speditionsunternehmen: Es gibt sie ebenso wenig wie die preiswert angebotenen Autos. Alles, was es gibt, ist die Internetseite, die Vertrauen erwecken soll. Mit verschiedenen Tricks wird dann dafür gesorgt, dass der Weg des eingezahlten Geldes nicht mehr nachverfolgt und die Hintermänner der Seite nicht dingfest gemacht werden können.

Der Trick mit dem Vertrauen Nr. 2 – die Treuhandgesellschaft

Der Trick läuft ähnlich wie bei der vermeintlichen Spedition. Der Anbieter verweist für die Kaufabwicklung auf einen Treuhandservice und Sie finden im Internet den Auftritt einer äußerst solide wirkenden Treuhandgesellschaft, die sich für die Sicherheit Ihres Internetkaufs zuständig erklärt. Doch in Wirklichkeit passiert genau das Gegenteil, sobald ihr Vertrauen geweckt ist: Das Geld, das an diese Gesellschaft gezahlt wird, ist verloren. Sei es, dass die Seite bald wieder eingestellt wird, oder die Spur der Empfänger aus anderen Gründen nicht mehr zu verfolgen ist. Wichtig zu wissen: Außer dem Treuhandservice von EbayMotors existiert kein seriöses Treuhandunternehmen für den Online-Automarkt. Bis jetzt wurden im Internet jedoch über 10.000 (!)gefälschter Speditions- bzw. Treuhandseiten generiert und es kommen immer wieder neue dazu. Eine internationale Arbeitsgruppe mit dem Namen „Escrow Fraud“ (Treuhand-Betrug) veröffentlicht laufend eine aktuelle Liste dieser falschen Web-Sites. http://escrow-fraud.com/search.php

Der Trick mit dem Misstrauen oder der Liquiditätstest

Misstrauen bei Kaufgeschäften ist gut, sollte aber immer auf Ihrer Seite bleiben. Ein erfolgreicher Trick von Scheinverkäufern arbeitet nämlich genau mit dem Misstrauen, das man eigentlich ihnen gegenüber haben sollte. Hier äußert der angebliche Verkäufer Zweifel an der Zahlungsfähigkeit seines Kunden und fordert einen Beweis seiner Liquidität. Er schlägt seinem Kunden vor, eine überzeugende Summe an eine ihm bekannte Person zu senden, und zwar, wie immer (!!!) als Bargeldtransfer. Als Liquiditätsbeweis soll nun die Einzahlerquittung per Fax oder gescannt per e.mail gesendet werden. Dank einer flinken Passfälscherwerkstatt kommen die Betrüger nun selbst an dieses Geld.

Der Trick mit den Transportkosten

Ein Anbieter aus dem Ausland sichert Ihnen den Verkauf eines Autos zu und bittet Sie lediglich, die Transportkosten im Voraus zu zahlen. Im Vergleich zu einem Gesamtwert um beispielsweise zehntausend Euro mögen Ihnen die verlangten tausend Euro gering vorkommen und so sind Sie in Vorfreude auf das neue Auto bereit zu zahlen. Doch auch das ist nichts als ein Trick. Es gibt weder Auto noch Spedition. Der Verkäufer wird in kurzer Zeit nicht mehr zu erreichen sein und das Geld ist weg. Auch bei diesem Trick arbeiten die Betrüger gern mit Nachweisen über die hervorragende Seriosität des „gebuchten“ Transportunternehmens.

Gefälschte Fahrzeugdokumente

Kann ein Auto aus überzeugenden Gründen nicht vor Ort besichtigt werden, sind Fahrzeugpapiere der einzige Nachweis für das teure Kaufobjekt. Kaufinteressenten erhalten in solchen Fällen die Originale per Post zur Prüfung. Misstrauen ist bei Anbietern angebracht, die solche Dokumente nur als PDF-Dateien versenden wollen. So kann man viel zu leicht Fälschungen erstellen.

Mietwagen-Vorkasse

Ähnlich wie beim Autokauf ist auch beim Leihwagen Vorsicht geboten. Besonders in Urlaubsländern finden sich im Internet hin und wieder kleinere Anbieter, die Mietwagen zu sensationell günstigen Preisen versprechen, natürlich gegen Vorkasse. Auch hier kann Betrug lauern. Denn manchmal melden solche Autoverleiher rein zufällig zu Saisonbeginn „Insolvenz“ an. Der Geschädigte kann dann von Glück reden, wenn er zu hohen Preisen bei einem großen Anbieter überhaupt noch einen Wagen bekommt. Also am besten gleich zu den bekannten Unternehmen gehen. Die buchen Reservierungen stets ohne Vorkasse.

Die Schnäppchen-Hotline

„Kleinvieh macht auch Mist“ lautet das Prinzip dieses Trickbetruges. Ein vermeintlicher Autohändler setzt auf Auto-Onlinemärkten Anzeigen für sensationell günstige Wagen unter Angabe einer Telefonhotline. Interessenten geraten in eine kostenpflichtige Warteschleife, die Minute um Minute Geld kostet. Doch es gibt weder Autos noch Beratungscenter. Höchstens eine Sprachsteuerung, die sie von einer Warteschleife in die nächste schickt. Auch so kann man sein Geld verlieren.

Checkliste: Wie kann ich mich schützen?

  • Lassen Sie sich möglichst nicht auf Vorkassen oder Anzahlungen ein, schon gar nicht per Bargeldtransfer.
  • Leisten Sie Anzahlungen, wenn überhaupt, dann nur nach Vorlage gültiger Fahrzeugpapiere und mit einem gültigen Kaufvertrag
  • Lassen Sie sich niemals auf Liquiditätsprüfungen ein
  • Überprüfen Sie Adresse und Erreichbarkeit des Verkäufers
  • Suchen Sie Informationen über Anbieter und Transportunternehmen im Internet.

Checkliste: Wie erkenne ich ein verdächtiges Inserat?

  • Der günstige Kaufpreis erscheint unrealistisch
  • Der Verkäufer gibt keine Telefonnummer an und möchte nur per e.mail kommunizieren
  • Die angegebene Telefonnummer funktioniert nicht
  • Die Telefonnummer beginnt mit einer kostenpflichtigen Service-Nummer wie 0180
  • Das Inserat erwähnt einen Treuhandservice oder eine Spedition
  • Bereits im Inserat wird um Vorkasse gebeten
  • Verkäufer behauptet, eine Vorbesichtigung sei (aus welchen Gründen auch immer) nicht möglich
  • Bei Verdachtsmomenten kann und sollte ich mich an die Betreiber des Online-Automarktes wenden und das Inserat überprüfen lassen

Unsere Linkempfehlung:

Initiative sicherer Autoverkauf

http://www.sicherer-autokauf.de/
Ein Gemeinschaftsprojekt von ADAC, Polizei und Automärkten

Betrüger sind erfinderisch und so ist anzunehmen, dass auch die scheinbaren Autoverkäufer immer wieder neue Tricks entwickeln, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Sollten Sie von einer Betrugsmethode gehört haben, die hier noch nicht erwähnt wurde, freuen wir uns über einen entsprechenden Hinweis.

Links zum Thema Web-Sicherheit

  • Link zur Webseite von www.buerger-cert.de

    Das Bürger-CERT informiert und warnt Bürger schnell und kompetent vor Viren, Würmern und Sicherheitslücken in Computer- anwendungen.

  • Link zur Webseite von www.onlineschutz.org

    Onlineschutz.org ist ein nicht kommerzielles Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Computerlaien das Thema Internet-Sicherheit näher zu bringen und ihm bei Problemen zu helfen.

  • Link zur Webseite von www.sicher-im-netz.de

    Der Verein 'Deutschland sicher im Netz e.V.' versorgt Verbraucher mit Informationen zu sicherheits- relevanten Themen und bietet direkte Schutzmaßnahmen an.